Dehumanisierung definition psychologie

Es handelt sich um die extremste Form der Dehumanisierung des Anderen. Sie entwickelte sich aus religiösen Ursprüngen und hat heute vor allem eine politische Funktion, besonders in politischen Konflikten, bei der Kriegsvorbereitung und Kriegsführung. In der Regel ist die Dämonisierung mit einer Entmenschlichung Dehumanisierung verbunden, die dem Gegner die Menschlichkeit, die Menschenwürde und den Anspruch auf Menschenrechte abspricht.

Bar Tal klassifiziert sie als eine der Formen der Delegitimierung, neben der Entmenschlichung, Verdinglichung , Ausgrenzung , Etikettierung und dem Gruppen stereotyp. Für Rodney Barker gilt Dämonisierung als die extremste Form von Feindbild -Stereotyp, mit dessen Hilfe die Welt in zwei sauber getrennte Hälften geteilt wird, wodurch ein manichäischer Kampf des Guten gegen das Böse ermöglicht wird.

Der Friedens-Psychologe und Kriegsursachenforscher Ralph K. White — [4] sieht sie neben Missverständnis und Kommunikationsmangel als Fehlwahrnehmung s-Komponente in Kriegssituationen, ohne die es im zwanzigsten Jahrhundert keine Kriege gegeben hätte. Anne Morelli betrachtet Dämonisierung im Anschluss an Arthur Ponsonby als wichtiges Prinzip der Kriegspropaganda , in enger Verbindung mit der Kriegsschuldzuweisung und der eigenen Rechtfertigung.

Sie sieht in der Dämonisierung den notwendigen Schritt der Propaganda , den Gegner zu personifizieren. Der Hass der Bevölkerung muss auf ein psychologisch geeignetes Bild umgeleitet werden, da ein Mensch ein Volk als Ganzes nicht hassen könne, wohl aber ein entmenschlichtes Bild einer feindlichen Führungsfigur, der dann die Gesamtbevölkerung substituiert wird.

Für Morelli steht die Dämonisierung in enger Verbindung mit der Mobilisierung der Bevölkerung, sie ist eine Methode der Massenpsychologie, das über die Massenmedien verbreitet wird. In der Form der Personalisierung und Moralisierung lenkt sie von den politischen Ereignissen ab und richtet das Interesse auf leichter zu beurteilende negative Charakterzüge im Privatleben. Es handelt sich um eine Form der Emotionalisierung Hass-Propaganda zur Stigmatisierung und Ausgrenzung des Gegners, dessen Bedrohung nur noch mit Mitteln der Gewalt abzuwenden ist und für dessen Bekämpfung kein Preis zu hoch ist.

Ziel ist die Diskreditierung und Diffamierung einer Person oder Gruppe. Die durch den Prozess der Dämonisierung ausgelöste emotionale Aufladung erschwert sowohl den zivilisierten Dialog zwischen Konfliktparteien als auch die objektive Analyse der Situation. Sie schafft den Hass, der notwendig ist, um die zivilisatorischen Schranken bei der Durchsetzung der eigenen Interessen zu überwinden.

Metaphern zur Dehumanisierung von Feindbildern

Als Beispiele nennen sie Flüchtlinge und Migranten aus muslimischen Ländern, die in Deutschland oft als Terroristen oder als sexuell übergriffig dämonisiert werden. Ursprünglich bestand die Dämonisierung in der Reinterpretation der polytheistischen Gottheiten in lügenhafte bösartige Dämonen, durch das Christentum.

So wurde die Gestalt des Hirtengottes Pan in die des Teufels umgedeutet. Im Jahre veröffentlichten die Inquisitoren Jacques Sprenger und Henri Institoris in Malleus maleficarum. Dies fand zwei Jahre nach der Bulle Summis desiderantes affectibus des Papstes Innozenz VIII statt. Man kann darin einen Willen zur Legitimierung der Hexenjagd sehen.

Im mittelalterlichen Antijudaismus spielten Dämonisierungen eine wichtige Rolle: So unterstellte man den Juden, die Pest zu verbreiten, Hostienfrevel und Ritualmorde zu begehen, um das Blut christlicher Kinder für ihre Riten zu benutzen, und insgesamt Agenten des Teufels zu sein. Diese Vorwürfe wurden von allen Gläubigen geteilt und legitimierten immer wieder Massengewalt gegen Juden.

Dämonisierung ist oft mit der Verwendung oder Erstellung von Tabus verbunden: Ein Thema, das so negativ beurteilt wird, dass seine Evokation selbst problematisch wird. Die Mehrheit der von Ethnologen untersuchten Gesellschaften verwendet ähnliche Methoden, um Abweichungen von der Norm zu begrenzen, was die Überlebensfähigkeit der Gruppe gefährden könnte.

Dämonisierung ist in diesem Sinne nichts anderes als die mehr oder weniger bewusste Ausnutzung eines natürlichen Mechanismus.

Sozialpsychologische Experimente

Die realistische Schule der Politik Kenneth Waltz hält die Kritik an Propagandaformen wie der Dämonisierung für wenig hilfreich, da diese Epiphänomene tiefer liegender geostrategischer Interessenkonflikte seien. Die Beziehungen der Staaten untereinander seien wesentlich anarchistisch und richteten sich nach der Einschätzung der materiellen und militärischen Fähigkeiten des anderen.

Ideelle Charakterisierungen wie Freundschaft oder Feindschaft seien in der internationalen Politik ungeeignet. Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen beispielsweise Einzelnachweisen ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden.

Aggression und Gewalt

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Dehumanisierung

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