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Dunkle Abgründe in der menschlichen Gefühlswelt und deren Auswege Was treibt einen Menschen zu Taten, die unvorstellbar grausam und brutal sind? Das ist eine der Fragestellungen, die zum beruflichen Feld von Prof. Reinhard Haller gehören. Als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe hat er in seinem erfahrungsreichen Berufsleben zahlreiche Menschen in psychischen Ausnahmezuständen erlebt, analysiert und therapiert.

Als Autor dieses Buches zeigt er, wie Menschen negative Gefühle entwickeln und wie diese Auslöser für bestialische Gewaltverbrechen werden können. Die Aggression wird zur treibenden Kraft für Zerstörung, Schweigen, Fehlinterpretationen und Enttäuschung zu Grundlagen des Hasses. Kränkung, Neid, Eifersucht, Gier und Rache werden zum Zündstoff des Hasses ebenso wie Angst und Ohnmacht.

Reinhard Haller beschreibt in diesem Buch zahlreiche Fälle, die in gut verständlicher Sprache, die tiefen Beweggründe des Hasses erklären. Dabei nimmt er Bezug zu geschichtlichen und biblischen Erklärungen. Und er zeigt auch Wege für die Gesellschaft ein Klima des Hasses zu überwinden. Als renommierter Gerichtsgutachter kennt der Autor Reinhard Haller spektakuläre Verbrechen und deren Täter.

Dieses Buch kann zur Entschlüsselung negativer Gefühle beitragen und vielleicht auch Verbrechen verhindern. Ich fand die Aufschlüsselung unserer Gefühlswelt in diesem Buch hochinteressant und kann dieses Buch allen an der menschlichen Psyche interessierten Menschen sehr empfehlen. Mögliche Erklärung zu Putins Wahnsinn Wissenschaftliche Bücher lesen sich ja nicht immer einfach.

Dem Autor dieses Buchs ist es aber gelungen ein sehr komplexes, facettenreiches Thema sprachlich hervorragend aufzubereiten, so dass ich es am liebsten in einem Rutsch durchgelesen hätte. Noch nie habe ich so viel über mögliche Gefühle nachgedacht, habe überlegt was davon ich bei mir entdecken kann bzw. Sehr bildhaft fand ich die Beispiele zu Putin mit seinem unsäglichen Krieg, der Querdenker-Bewegung, zu Rassismus, Terror und Beziehungstaten.

Auch die Auswüchse der Hasstiraden in den sozialen Medien sind allgegenwärtig und im Buch gut beleuchtet, jedoch stehen wir hier vermutlich erst am Anfang möglicher Auswirkungen. Es ist schon beängstigend, wie sich Hass als Gefühl im Menschen aufbaut und wie lange dieser Prozess dauert. Und wie schrecklich ist die Erkenntnis, dass es schier unmöglich scheint diese starke Emotion wieder abzubauen.

Fazit: Das Buch enthält eine hervorragende Analyse zu einem der stärksten menschlichen Gefühle. Mich hat es zum Nachdenken gebracht, darüber was jeder einzelne dazu beitragen kann, um Hass in unserer Gesellschaft zu verhindern. Reinhard Haller schöpft aus seinem reichen Erfahrungsschatz. In 15 Kapiteln geht er dem Mythos Hass nach. Oder steckt da anderes dahinter?

Die Meinungen der Philosophen, ob Hass eher als Trieb, Leidenschaft oder gar als Affekt anzusehen sei, gehen hier weit auseinander. Kant sieht im Hass eine Leidenschaft, die aus der tiefen Seele kommt, denn einen Affekt, der ja spontan, unbesonnen und übereilt eintritt. Wollte man eine Definition für Hass aufstellen, so könnte diese lt. Er ist ein nicht leicht zu beschreibender Gefühlskomplex mit einer sozialen Interaktion, der sich gegen Menschen richtet.

Meistens kommt Hass nicht alleine daher. Zorn, Wut, Verachtung sowie Ekel sind Elemente des Hasses.

Kulturpsychologie

Zusätzlich paart er sich auch gerne mit Paranoia und Machtbesessenheit. Wie könnte sonst ein einzelner Diktator die ganz Welt mit Krieg überziehen? Der Autor geht auf den Hass seinen verschiedenen Dimensionen ein - sei es als Selbsthass oder dem Hass zwischen den Geschlechtern oder als Hass gegen die Gesellschaft im Allgemeinen. In den letzten beiden Kapiteln wird aufgezeigt, wie man aus der Spirale des Hasses herauskommen kann.

Meine Meinung: Wenn man die täglichen Nachrichten liest, wird man mit alltäglichem Hass konfrontiert. Sei es, dass von massiven Sachbeschädigungen, Massakern, Femiziden und Kriegen die Rede ist. Reinhard Haller zeigt Lösungsansätze auf, die leider nur recht schwer umzusetzen sind, da Hass so allgegenwärtig und bedrohlich daherkommt.

Allerdings kann jeder Einzelne ein kleines bisschen dazu beitragen, dem Hass entgegenzutreten. Wenn erkannt wird, was den Hass befeuert, kann man gegensteuern. Durch Analyse der Ursachen, Aufklärung, Entschärfung der radikalen Sprache, Förderung von Empathie und Wertschätzung den anderen gegenüber.

Das Buch ist trotz des ernsten Themas gut zu lesen, was an seiner klaren Struktur liegt.

Bewertungen zu Die dunkle Leidenschaft

Fazit: Ein Einblick in die Abgründe der Menschen, gekonnt aufbereitet von Prof. Reinhard Haller. Gerne gebe ich dem Buch 5 Sterne. Hass vergiftet das Leben Wo Liebe wächst, gedeiht Leben — wo Hass aufkommt, droht Untergang. Mahatma Gandhi Hass, das kälteste und bösartigste aller Gefühle mit einer enormen zerstörerischen Kraft.

Reinhard Haller arbeitet als Psychiater und Psychotherapeut und wird als einer der renommiertesten europäischen Gerichtsgutachter immer wieder bei spektakulären Fällen hinzugezogen. Ist Hass ein Affekt, ein Trieb oder eine Leidenschaft? Wir erfahren von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Forschung, inklusive Beispielen aus der kriminalpsychiatrischen und psychotherapeutischen Praxis.

Gerade in der Coronazeit hatten hasserfüllte Postings Hochkonjunktur. Doch Hass, Beleidigung und Hetze sind kein Kavaliersdelikt, sie sind bereits strafbare Handlung. Wohin Hass führen kann, zeigen Zeitungsmeldungen. Ende Jan. Eine jährige, von Eifersucht völlig zerfressene Autolenkerin fuhr sie und ihren Sohn mit dem Auto nieder. Auch Gier kann zur Triebfeder von Hass werden. Hass schaltet jegliches Gefühl von Empathie aus.

Das Opfer wird entmenschlicht.

7 lesenswerte Bücher über Psychologie

Der Autor betont die Wichtigkeit, sich in andere Menschen hineinversetzen zu können, zu fühlen, was sie denken und empfinden. Fazit: Ein hochinteressantes Sachbuch. Haller enttabuisiert die dunkle Emotion. Dieses Buch über den Hass und seine Verwandten habe ich - selbst noch nie hassend - an einem Tag verschlungen und fühlte mich erhellt.

Dies gelingt durch eine kurzweilige Struktur, den verständniserzeugenden Aufbau der Kapitel, den Schreibstil und die populärwissenschaftliche Sprache. Unspektakulär und leicht, kein bisschen schwer zu verstehen und reichhaltig angehäufelt mit Fakten aus bspw. Neurologie, Psychologie und Geschichte streift das Buch durch alle Facetten des Hasses. Höchst aktuell und auch unter Bezugnahme auf den Ukrainekonflikt zeigt das Buch, wie Hass und seine Verwandten bspw.

Neid, Wut, Zorn und Verachtung in der Menschheit verankert sind und wie sie erklärt werden können. Emotionale und kognitive Anteile werden beleuchtet, so dass eine ganzheitliche Betrachtung der auf Zerstörung gerichteten Abneigung entsteht.

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Damit hört der Autor zum Glück nicht auf, er mündet das Buch in Wege aus dem Hass. Dies empfand ich nach Seiten Verständnis für diese dunkle Leidenschaft als sehr erbaulich. So bin ich nach dem eigentlich Schrecklichen, dem Dunklen am Ende doch ermutigt und voller Tatendrang, die To-Do-Liste gegen den Hass in die Welt zu tragen, selbst umzusetzen wo immer es geht und zu hoffen, dass viele Menschen dieses Buch lesen und es ebenso tun.

Dieses Buch ist ein Muss für alle Betroffenen, Hassende und Gehasste. Es ist eine Zusammenstellung für alle, die kopfschüttelnd Hate-Speech wahrnehmen oder vor dem Phänomen Putin fassungslos sind. Gewünscht hätte ich mir mehr wissenschaftliche Fundierung, indem bspw. Leidenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Hass "Die dunkle Leidenschaft" beginnt mit einer Auseinandersetzung Hallers, wie Hass zu definieren sei.

Diesbezüglich gehen die Meinungen von Philosophen auseinander. So sieht Kant etwa im Hass eine Leidenschaft und keinen Affekt, da sich der Hass die Zeit nimmt sich "tief einzuwurzeln" statt "übereilt einzutreten und unbesonnen" zu sein. Haller kommt zu dem Schluss, dass Hass eine "auf Zerstörung ausgerichtete Abneigung, die destruktivste Form der Verachtung" sowie ein insgesamt "nicht leicht zu beschreibender Gefühlskomplex und gleichzeitig eine soziale Interaktion" sei, da er sich "gegen andere Menschen richtet".

Am treffendsten lässt sich lt. Haller Hass noch als knapp über den Trieben angesiedelte "zerstörerische Leidenschaft" beschreiben, da Leidenschaft eine "das Gemüt völlig ergreifende Emotion" ist, die die "intensive Verfolgung von Zielen" beinhaltet. Das Buch deckt ein breites Themenspektrum ab, das u. Gaslighting , den Einfluss der sozialen Medien sowie generell des sozialen Umfeldes und die Faktoren, die uns für Hassbotschaften anfällig werden lassen, behandelt.

Zudem erläutert Haller, wie Hass entstehen, welche Formen er annehmen und wie er sich auf dessen Opfer auswirken kann. Ab und an ufern dabei die Überlegungen, die Haller anstellt, leider zu sehr aus und verlieren damit den Fokus auf das Wesentliche - nämlich das Thema Hass. So stellt Haller etwa fest, dass Hassverbrechen nicht über das primäre Motiv, aus Hass begangen worden zu sein, im juristischen Sinne definiert sind und somit treffender als "vorurteilsgeleitete Kriminalität" zu beschreiben wären.

Nachdem der Autor jedoch Hassverbrechen von der Hassthematik abgegrenzt hat, widmet er sich intensiv der vorurteilsgeprägten Kriminalität und führt diverse Beispiele an. Die Kapitel der dunklen Leidenschaft haben eine angenehme Länge und den Schreibstil von Reinhard Haller, der sich für mich flüssig gelesen hat, habe ich als verständlich empfunden. Dabei bindet der Autor von Beginn an auch eher theoretische Inhalte ein, die von philosophischen Aspekten bis hin zu solchen der psychotherapeutischen Praxis reichen und etwa auch die Definition sowie charakterisierende Eigenschaften des Hasses betreffen.

Karlheinz Witte sowie des Psychoanalytikers und Sozialpsychologen Erich Fromm, der reaktiven von charakterbedingten Hass unterscheidet, mit ein. Abgerundet wird das von einem detaillierten Quellenverzeichnis inkl. Leseempfehlungen, das sich im Anhang findet. Anhand von diversen Beispielen veranschaulicht Haller die zuvor beschriebenen, abstrakteren Inhalte. Diese Beispiele schildern etwa den Fall eines Mannes, der nach einem Gefängnisaufenthalt alles verloren zu haben glaubt, oder den Fall einer Frau, die bei dem Autor Hilfe in Form einer Therapie gesucht hat, da sie während einer langwierigen und komplizierten Scheidung begonnen hat, ihren Mann zu hassen.

Interessant fand ich aber auch die von Haller wiedergegebenen Geschichten aus der griechischen Mythologie oder der Bibel, da so veranschaulicht wurde, wie weit die Ursprünge des Hasses zurückreichen. An seiner persönlichen Meinung über den Hass lässt Bernhard Haller keinen Zweifel. Der Hass ist für ihn die mit Abstand dunkelste aller Leidenschaften, die zerstörerischste aller Kräfte und das einzige Gefühl, dem jegliche positive Eigenschaft fehlt.

Dagegen attestiert Haller beispielsweise der Wut auch eine befreiende Wirkung und dem Zorn eine mögliche Wiederherstellung des Gerechtigkeitsgefühls. Mir ist bewusst, dass Haller die Botschaft, die er hat, so verdeutlichen will. Nur scheint mir diese Darstellung dann leider doch des öfteren ein wenig einseitig geraten zu sein - gerade wenn seine persönliche Meinung zu sehr in den Vordergrund tritt.