Rollenkonflikt psychologie

In unserer eigenen Welt, in unserem Alltag, müssen wir unglaublich vielen Rollen gerecht werden. Sei du selbst! Aber mach das mal auf der Arbeit. Vor deinen Kindern. Vor deinen Eltern…Die Psychologie beschäftigt sich seit Jahren mit diesen Konflikten zwischen unseren Selbsts. Deshalb klären wir heute: In welche Rollen werden wir reingedrückt und warum?

Was sind Rollenkonflikte?

Rollenkonflikte

Und wie können wir uns von ungeliebten Rollen befreien? Wir und unsere Rollen Laut Frank Tallis , Psychologe und Autor von »The Act of Living«, erlernen Teenager ihre Rollen u. Diese dienen jedoch der Entwicklung der Persönlichkeit, schaffen emotionale Verbindungen und das Aufdecken von inneren Werten. Die psychologische »Role Theory« sagt, wir sind nicht ein Selbst, sondern definieren uns über viele Selbsts, die sich je nach Situation mehr oder weniger zeigen.

Mutter, Angestellte, Ehefrau. Jeder Regler entspricht einer Rolle. Die Regler sind unterschiedlich hoch und zeigen damit, die Rollen sind unterschiedlich wichtig — auch je nach Kontext. Lust auf 10 Wochen mit Leon und ganz viel Psychologie? Dann nimm an einer von drei spannenden Master Classes teil. Lerne deine Gefühlswelt mit Leon und anderen psychologieinteressierten kennen.

Viele Rollen können zu Rollenkonflikten führen Jede dieser Rollen besteht aus einer Reihe von Rechten, Pflichten, Erwartungen, Normen und Verhaltensweisen, die eine Person zu erfüllen hat. Aber sie können auch unvereinbar miteinander sein. Dann entsteht ein Rollenkonflikt , aus dem Stress enstehen kann »Role Strain« [2]. Die Steigerung eines Rollenkonflikts: Role Overload Ein Role Overload liegt vor, wenn eine Person mehrere Rollen gleichzeitig ausübt und ihr die Ressourcen für die Ausübung dieser Rollen fehlen.

Viele versuchen einem ideal zu entsprechen, weil auch andere ihnen scheinbar eine solche Idealversion von sich zeigen. Ein Rollenkonflikt kann der sogenannten Individuation dienen, schreibt Tallis. Im Individuationsprozess eines Menschen vervollständigt sich das Individuum. Kennst Du schon Leons Klub? Dort begibst Du dich gemeinsam mit Leon und anderen Mitgliedern auf eine spannende Reise in die Welt der Psychologie.

Und noch mehr Konflikte: Unsere 3 Selbsts - Ideal vs. Actual vs.

Rollenkonflikt

Eng verwandt mit Rollenkonflikten sind Konflikte zwischen unseren 3 Selbsts verstärken. Diese entstammen der sogenannten Self-Discrepancy Theory vom amerikanischen Psychologieprofessor Tory Higgins. Das Actual Self, das »aktuelle Selbst« , ist das Selbst, das wir glauben, zu sein. Es fasst unsere Eigenschaften, unsere Fähigkeiten, unser Denken, Fühlen und Handeln zusammen, so wie wir uns selbst sehen.

Das Ideal Self, das »ideale Selbst« , zeigt auf, wie wir gerne sein möchten. Es beschreibt die Idealvorstellung. Da wollen wir hin. Das Ought Self, das »sollte Selbst« , ist die Vorstellung von den Eigenschaften, die wir nach Ansicht anderer besitzen sollten oder müssten. Wenn z. Diese Selbstkonflikte kennt jede:r und ist normal.

Aber es kann kippen. Zum Beispiel, wenn unser Leben vom Sollte-Selbst bestimmt wird. Raus aus Rollenkonflikten. Erstmal die Situation erfassen. Wie weit bist Du von deiner Idealvorstellung entfernt? Was hält dich davon fern? Woher kommt deine Idealvorstellung? Und ist sie fair dir gegenüber oder ist dein Ideal-Selbst viel zu anspruchsvoll?

Und das Sollte-Selbst: Wie viel so-sollst-Du-sein wirkt in meinem Leben? Wem fühlst Du dich verpflichtet? Der Gesellschaft? Deinen Eltern? Deinen Kindern? Unterschiedliche Rollen sind normal.

Rollenstress

Erstens: Unser Ideal-Selbst motiviert uns. Wir sind motiviert, einen Zustand zu erreichen, in dem unser aktuelles und ideales Selbst übereinstimmen. Zweitens: Das Sollte-Selbst wird immer da sein. Also statt es zu verteufeln, müssen wir es akzeptieren. Die Frage ist dann nicht mehr, wie schaffe ich es, ohne Sollte- und Du-Musst-Sätze durchs Leben zu gehen, sondern wie kann ich ihnen etwas Macht nehmen.

Jeder Mensch leidet unter Rollenkonflikten. Dennoch können Rollenkonflikte gesund sein, denn sie helfen den Menschen, mit den verschiedenen Situationen des Alltags zurechtzukommen. Es ist immer wichtig zu hinterfragen: Wozu spiele ich diese Rolle? Für wen oder was tue ich es? Entspricht es meinem aktuellen Selbst? Bringt es mich näher zu meinem idealen Selbst? Oder basiert meine Rolle auf dem Sollte-Selbst, gespeist durch das, was andere von mir erwarten?

Ein Zuviel des einen kann zu einem Konflikt mit dem anderen führen. Ein ausgewogenes Verhältnis ist wichtig. Verstehe die Grenzen, die deinen Rollen gesetzt sind. Definiere deine Rollen. Wo liegen die Grenzen deiner Rollen im Alltag? Zu wissen, in welchen Situationen welche Rollen Priorität haben und in welcher Intensität kann sehr hilfreich sein.

Strebe nach einem konkreten idealen Selbst. Das ideale Selbst leitet uns dazu an, auf Hinweise für Leistung und erfolgreiche Zielverfolgung zu achten. Dies bezeichnet Higgins als einen »promotion focus«. Im Gegensatz dazu wird der »prevention focus« durch das Sollte-Selbst definiert, bei dem wir auf die Vermeidung von Schaden achten.

Deshalb ist es langfristig besser für uns, nach dem Ideal Selbst zu streben. Wie eine Studie aus dem Jahr erklärt, lässt sich das ideale Selbst im Gegensatz zum Sollte-Selbst »eher von abstrakten Werten als von konkreten Verhaltensbeschränkungen leiten« [7]. Dies steht im Gegensatz zu den Erwartungen an das Sollte-Selbst.

Eine Studie von macht deutlich, dass »die Erwartungen des Sollte-Selbst in der Regel konkreter sind und spezifische Regeln beinhalten und daher leichter zu erfüllen sind. Das Bedauern über Ideale ist dagegen eher allgemeiner Natur: Sei ein gutes Elternteil, sei ein guter Mentor. Deshalb, mach dein ideales Selbst so konkret wie möglich. Gib deinem Ideal-Selbst eine gewisse Dringlichkeit.

In einer veröffentlichten Studie fanden die Psychologen Thomas Gilovich und Shai Davidai heraus, dass die dauerhaftesten Arten des Bedauerns diejenigen sind, bei denen es darum geht, dem eigenen Ideal nicht gerecht zu werden. Die Autoren der Studie stellten fest, dass »die Menschen am häufigsten Dinge bedauern, die sie nicht getan haben und sich wünschen, sie hätten es getan, und nicht Dinge, die sie getan haben und sich wünschen, sie hätten es nicht getan.

Im Gegensatz dazu wird das Bedauern über das Idealselbst nicht sofort gelöst, weil dieses Gefühl der Dringlichkeit fehlt. Tasha Eurich, Organisationspsychologin, Forscherin und Besteller-Autorin, fand in ihrer Forschung heraus, dass Menschen, die ihre externe Selbstwahrnehmung verbessert haben, dies taten, indem sie sich Feedback von liebevollen Kritikern »Loving Critics« holten, also von Menschen, die ihr Bestes im Sinn haben und bereit sind, ihnen die Wahrheit zu sagen.

Role Theory. In: Michalos, A. Springer, Dordrecht. What ist Role Strain? Definition and Examples. Simply Psychology. APA Dictionary.

Soziale Ungleichheiten und die Coronapandemie

The Act of Living: What the Great Psychologists Can Teach Us About Surviving Discontent in an Age of Anxiety. Hachette UK. Self-discrepancy: a theory relating self and affect. Psychological review, 94 3 , How to resolve Role Conflict. Regulatory focus and temporal distance. Journal of Experimental Social Psychology, 39 6 , —