Prozess der wahrnehmung psychologie beispiel

Der Prozess des Wahrnehmens gehört zu den grundlegenden kognitiven psychischen Funktionen. Der Wahrnehmungsprozess zielt auf eine wirklichkeitsadäquate Repräsentation der Umwelt ab — auf eine Repräsentation, in der die physikalischen Verhältnisse zwar transformiert, aber in einer Weise abgebildet werden, die ein geordnetes Handeln ermöglichen. Zudem werden die Frequenzen in unterschiedliche subjektive Empfindungen transformiert: Aus der Verarbeitung elektromagnetischer Lichtwellen resultiert Farbwahrnehmung und aus der Verarbeitung mechanischer Druckwellen im Medium Luft resultieren Geräusch- bzw.

Zwar ist der Gesichtssinn visuelle Wahrnehmung: Sinnesrezeptoren auf der Netzhaut [Retina] mit ca. Letzterer lässt sich u. Die Frage, über wie viele Sinne der Mensch letztlich verfügt, ist keineswegs eindeutig zu beantworten, da es eine Vielzahl spezialisierter Sinnesrezeptoren gibt. Sinneswahrnehmungen scheinen sich zunächst ohne unser Zutun — also weitgehend passiv — zu vollziehen.

Oft wird zum Beispiel die visuelle Wahrnehmung mechanistisch aufgefasst und mit den Vorgängen in einer Kamera verglichen. Entsprechend ist die Wahrnehmungspsychologie als Teil der Kognitiven Psychologie zu betrachten. Da der Gegenstandsbereich jedoch sehr umfangreich und bis zu einem gewissen Verarbeitungsgrad hinreichend abgrenzbar gegenüber der höheren kognitiven Funktion des Denkens ist, wird der Bereich auch in diesem Lexikon als separate Teildisziplin aufbereitet.

Die subjektive Empfindungsqualität Qualia, z. Wie die physikalischen Reize und die zugehörigen subjektiven Empfindungen quantitativ zusammenhängen, ist Gegenstandsbereich der Psychophysik. Täuschungen sind Gegenstand der Wahrnehmungspsychologie, weil sie wertvolle Hinweise über die Funktionsweise der an der Wahrnehmung beteiligten Verarbeitungsprozesse liefern.

Entgegen mancher populärwissenschaftlichen Darstellung beschränkt sich die Wahrnehmungsforschung aber nicht auf die Analyse von Täuschungen, sondern ihr vorrangiges Interesse gilt der Analyse aller an der Wahrnehmung beteiligten Verarbeitungsprozesse. Die Reaktion eines Individuums auf einen wahrgenommenen Reiz mag man zunächst nicht dem Wahrnehmungsprozess zuordnen, man muss sich aber stets vor Augen führen, dass sich die Sinne lediglich als Hilfsmittel evolutionär entwickelt haben, um ein erfolgreiches Handeln des Individuums in der Umwelt zu ermöglichen.

Sensumotorische Koordinationsprozesse beim Reichen oder Ergreifen eines Objektes sind weitere Beispiele. Im Gehirn sind daher u. Wahrnehmung ist also selten ein passives Aufnehmen von Information, sondern vollzieht sich aktiv. Unsere Sinneseindrücke werden des Weiteren meist nicht durch eine einzelne Modalität geformt, sondern sie sind entscheidend durch das Phänomen der intermodalen Integration auch multisensorische Integration geprägt.

Die Forschungen auf diesem Gebiet beschäftigen sich mit der Frage, wie die Informationen der verschiedenen Sinnesmodalitäten sich gegenseitig beeinflussen und zu einer kohärenten Repräsentation eines Objekts zusammengeführt werden. So können auch identische Eigenschaften eines Objekts durch verschiedene Sinne bereitgestellt werden.

Erkennen kann entsprechend auch als die stabile Entstehung einer mentalen Repräsentation verstanden werden, für die unterschiedliche Verarbeitungskänale hinreichende und bestenfalls eindeutige Evidenzen liefern. Dieses Problemfeld der ersten frühen Verarbeitungsschritte befasst sich in der visuellen Modalität early vision mit der Enkodierung einfacher Merkmale, also Linien, Winkeln und Farben vgl.

In der auditiven Modalität ist die Frequenzanalyse mechanischer Schwingungen, die sich in der Schwingung der Cochlea widerspiegeln, elementar. In der elementaren Phase der Verarbeitung ist der Anteil an reizgetriebenen bzw. Unter reizgetriebener Bottom-up- oder auch datengeleiteter Verarbeitung versteht man die durch einen Reiz ausgelösten und dann weitgehend automatisch ablaufenden Prozesse, die von den mehr kognitiven Funktionen z.

Aufmerksamkeit, Gedächtnis wenig beeinflussbar sind. Mit zunehmender Verarbeitungstiefe kann man allerdings davon ausgehen, dass deren Anteil am Wahrnehmungsprozess in Form einer konzeptgeleiteten Verarbeitung Top-down-Verarbeitung steigt. Ohne diese kognitiven Komponenten wären die eher interpretativen Leistungen des Wahrnehmungsprozesses nicht zu erbringen.

Objekte werden als bewegt wahrgenommen, wenn sie nacheinander auf verschiedene Netzhautstellen fallen. Wenn man aber mit fixiertem Blick z. Bewegungswahrnehmung hat also immer mehrere Facetten. Auch an der Erfassung der Tiefe eines Objekts sind i. Dies sind Probleme der Objekterkennung und der Organisation in der Wahrnehmung vgl. Will man diese Frage beantworten, wird klar, dass Wahrnehmen ohne den Bezug zu Ordnungs- und Strukturierungsprozessen sowie den bestehenden Wissensbeständen des Wahrnehmenden nicht auskommen kann.

Wahrnehmen ist also auch immer eine Interpretation der Rohmaterialien. Daneben gibt es Fragen, die — je nachdem, welchen Ausschnitt man fokussiert — sowohl eine «frühe» als auch eine «späte» Komponente aufweisen.

Wahrnehmung

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Wahrnehmungspsychologie

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Grundlagen der Psychologie. Wahrnehmungsprozesse, das Selbstwirksamkeitskonzept und Rubikon-Modell

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