Traumdeutung psychologie referat
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Traumdeutung nach Freud
Sigmund Freuds Traumdeutung ist im doppelten Sinne ein Jahrhundertbuch. Andererseits hat der Inhalt des auf über Seiten angewachsenen Theoriewälzers die wissenschaftliche Sichtweise des Traumes und des Seelenlebens wie kein zweites Werk revolutioniert. Freud interpretiert die Träume als Wunscherfüllungen.
Die unterdrückten Wünsche und Triebe aus dem Unbewussten drängen während des Schlafes ins Bewusstsein, werden aber von einer zensierenden psychischen Kraft derart entstellt, dass die Träume meist abstrakt, seltsam oder sogar absurd erscheinen. Anhand von über Träumen zeigt Freud, dass angeblich alle Träume einen sexuellen Hintergrund haben, der zumeist aus der frühesten Kindheit stammt.
Freuds Buch hat die Welt an der Schwelle zum letzten Jahrhundert im wahrsten Sinne um den Schlaf gebracht. Die gesamte vor erschienene Literatur, die sich mit Träumen und der Traumdeutung befasst, erscheint sehr uneinheitlich: In früheren Zeiten wurde der Traum oft als Eingebung des Göttlichen betrachtet. Viele Autoren betonen auch, dass Träume und Geisteskrankheiten eng zusammengehören.
Traum und Traumdeutung
Und tatsächlich: Mit einem neuen Verständnis der Träume und ihrer Bedeutung kann man auch neue Erkenntnisse über die Ursachen und Motive von Hysterien, Neurosen und anderen Geisteskrankheiten erlangen. Es gibt zwei populäre Methoden der Traumdeutung, die jedoch beide abzulehnen sind, weil sie jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren.
Sie deuten Traumsymbole, die angeblich für zukünftige Ereignisse stehen. Hierbei soll der Träumende also die Zukunft sehen — aber eben nicht klar und deutlich, sondern symbolisch verschlüsselt. Die erste Methode ist rein intuitiv, sie weist dem Traum als Ganzes eine Bedeutung zu und ihre Qualität liegt letztlich allein an der Begabung des Deuters.
Unabhängig davon können aber in demselben Traum andere Symbole mit positiven Bedeutungen auftreten. Da es kein zuverlässiges Traumbuch gibt, entbehrt diese Methode jeder Gültigkeit und Überprüfbarkeit. Es ist unmöglich, die Träume eines Menschen völlig losgelöst von seiner Person zu verstehen. Der Psychoanalytiker muss die Krankengeschichte des Träumenden kennen und kann dann in einer ausführlichen Analyse herausfinden, welche Bedeutung der Traum hat.
Sinn und Zweck ist hierbei, die tief in der Psyche verborgenen Gründe für eine seelische Störung freizulegen. Juli hatte. Er dreht sich um eine Patientin namens Irma, die Freud nicht zu Ende behandeln konnte, weil sie und auch ihr Umfeld, allen voran Freuds eigener Freund Otto, der Behandlungsmethode skeptisch gegenüberstanden. Im Traum klagt sie über starke Schmerzen und Freud kann diese auf eine Injektion zurückführen, die Otto ihr mit einer verunreinigten Nadel verabreicht hat.
Bei der Analyse der niedergeschriebenen Traumerzählung ergibt sich folgende Deutung: Freud ärgerte sich über den Abbruch der Behandlung und fühlte sich durch Ottos Bemerkung, dass es Irma nach Freuds Psychoanalyse nicht besser ginge, beleidigt. In seinem Traum bekommt nun Otto den schwarzen Peter zugeschoben, indem er durch seine Injektion zum Schuldigen an Irmas Zustand gemacht wird.
Der Traum ist also eine Wunscherfüllung Freuds, der die auf ihm selbst lastende Schuld an Otto weitergibt. Jeder Traum ist eine Wunscherfüllung — auch ein unangenehmer Angsttraum. Allerdings tritt dies nicht offen zutage. Hier muss zwischen manifestem Trauminhalt was man konkret träumt und latentem Trauminhalt unterschieden werden. Der latente Trauminhalt ist das, was sich erst durch die Deutung des Traumes ergibt: Es ist das verborgene, wahre Gesicht des Traumes, der immer auf eine Wunscherfüllung hinausläuft.
Den Unterschied zwischen diesen beiden Kategorien macht die Traumentstellung aus. Zwei Kräfte arbeiten in unserer Psyche, wenn wir träumen. Die eine schiebt dem Schläfer ihre Inhalte unter — die unbewussten Wünsche. Die andere Kraft ist der Zensor und entstellt das Geträumte derart, dass der ursprüngliche, latente Trauminhalt nicht mehr ohne Weiteres greifbar ist.
Die Aufgabe des Traumdeuters ist es nun, herauszufinden, was der ursprüngliche, verdrängte Wunsch ist. Woher kommen die Träume? Sie knüpfen immer an rezente, d. Entweder handelt es sich dabei um ganz konkrete Dinge, die man am vergangenen Tag erlebt hat, oder es sind zumindest Erinnerungen an früher, Gedanken oder Gespräche, die am Tag vor dem Traum gedacht oder gesprochen wurden.
Ihre Rolle im Traum scheint zwar harmlos, ist aber sehr bedeutsam — und für den Träumer mitunter höchst peinlich. So träumte beispielsweise eine Dame, dass sie Kerzen in einen Kerzenleuchter steckt und ihr dabei eine abbricht. Ihren Freundinnen gegenüber beteuert sie immer noch im Traum , dass sie daran keine Schuld trägt. Freud analysiert diesen vermeintlich harmlosen Traum als Wunsch nach Onanie mit Kerzen aufgrund der Impotenz ihres Mannes zerbrochene Kerze.
Nun hatte die Dame am Tag vor dem Traum tatsächlich mit Kerzen zu tun, ohne jedoch welche abzuknicken. Das Traummaterial stammt also aus der unmittelbar vergangenen Realität, es wird jedoch im Traum so bearbeitet, dass es etwas völlig anderes symbolisieren kann.
Traumdeutung nach Sigmund Freud. Einfluss auf die heutige Beratungspraxis
Träume haben weiter die Eigenschaft, dass sich in ihnen fast immer Kindheitserinnerungen ausdrücken. Erlebnisse aus ganz früher Kindheit, die man schon längst aus dem Bewusstsein entfernt hat, tauchen im Traum wieder auf und werden in neue Zusammenhänge gerückt. Beispielsweise erzählte ein Student von einem Traum, in dem sein früheres Kindermädchen ein heimliches Rendezvous mit dem Stallknecht hat, ohne dies mit einem realen Ereignis in Verbindung bringen zu können.
Kaum hatte er den Traum erzählt, erklärte ihm sein älterer Bruder, dass solch eine Szene wirklich passiert war: Das Kindermädchen hatte den älteren Bruder betrunken gemacht, den kleinen Dreijährigen jedoch nicht weiter beachtet. Somatische körperliche Traumquellen werden in der Literatur immer wieder als Hauptauslöser von schlechten Träumen zitiert: Wenn man körperliche Schmerzen habe oder einem das unbekömmliche Essen im Magen drücke, träume man unruhig.
Diese Behauptungen sind jedoch Unfug. Der Traum wacht über den Schlaf und hilft gegen Situationen, die normalerweise den Schlafabbruch zur Folge hätten.
Traum und Traumdeutung bei Freud
Einer von Freuds Patienten träumte davon, im Krankenbett eines Spitals zu liegen. Er sollte just an diesem Morgen tatsächlich ins Krankenhaus gehen, fürchtete sich aber davor. Der Traum suggerierte ihm jedoch, dass er bereits dort läge — und deswegen gar nicht aufstehen müsse. Es gibt Träume, die sehr häufig auftreten und die deshalb zum festen Repertoire aller Träumer gehören.
Dazu gehört der Traum von der eigenen Nacktheit in der Öffentlichkeit, z. Die anderen Personen im Traum sind bekleidet, stören sich aber nicht an der Nacktheit des Traum-Ichs, wie dies normalerweise zu erwarten wäre. Auch dieser Traum ist eine Wunscherfüllung, die auf die früheste Kindheit zurückgeht. Alle Kinder zeigen sich gerne nackt.
Bis zu einem bestimmten Alter sieht man ihnen dies nach. Erwachsene, die sich anderen nackt zeigen, werden jedoch als krankhafte Exhibitionisten bezeichnet — obwohl jeder Mensch eine exhibitionistische Ader besitzt. Im Traum lässt sich dieser Wunsch ausleben. Die eigene Nacktheit als Erwachsener verbindet der Traum damit, dass andere mit diesem Zustand problemlos umgehen.
Auch Träume vom Tod nahestehender Verwandter, insbesondere von Geschwistern oder Elternteilen, sind absolut typisch. Die Ursachen für solche Träume sind wieder in der frühen Kindheit zu suchen. Jedes Kind empfindet gegenüber Geschwistern Gefühle von Neid, Eifersucht oder sogar Hass. Meistens tritt dies bei Altersunterschieden deutlich hervor.
Diese feindlichen Gefühle manifestieren sich im Erwachsenenalter in Träumen vom Tod eines Geschwisterteils — obwohl der Träumer inzwischen freundschaftliche Gefühle für den Bruder oder die Schwester hegt. Auch die Eltern sind auffallend häufig das Opfer solcher Todesträume. Meist handelt es sich um das jeweils gleichgeschlechtliche Elternteil.
Der Traum vom Tod sexueller Nebenbuhler verdeutlicht, dass Träume, seien sie nun von einem Kind oder einem Erwachsenen, in ihrer Natur egoistisch sind. Wenn die Traumgedanken der latente Traum in den konkreten, manifesten Traum umgesetzt werden, kommen bestimmte Techniken und Prinzipien zum Einsatz. Diese werden als Traumarbeit bezeichnet.
Die Aufgabe des Traumdeuters ist es, diesen Prozess wieder umzukehren, also im Zuge der Traumdeutung vom manifesten Traum zum latenten Traum zu gelangen. Die Traumarbeit ist aus folgenden Elementen aufgebaut:. Um die Vorgänge während des Träumens zu verstehen, muss man sich ein Bild von den Vorgängen in unserer Psyche machen. Man kann sich diesen seelischen Apparat modellhaft wie eine Schachtel vorstellen, die zwei Öffnungen hat.
Die eine Öffnung empfängt Wahrnehmungen, die andere leitet sie an das motorische System weiter. Die eintretenden Wahrnehmungen werden innerhalb der Schachtel in Erinnerungsspuren umgewandelt, die in mehreren nachgeordneten Systemen aufbewahrt werden. Am Ende dieses gesamten Systems befindet sich das Vorbewusste, das Informationen aus vorgelagerten Systemen nach einer Prüfung oder Zensur an das Bewusstsein weiterleitet.
Zwischen Erinnerungsspuren und Vorbewusstsein kann man das Unbewusste vermuten. Hier nehmen die Träume Gestalt an, die sich über das Vorbewusste ins Bewusstsein zu schieben versuchen. Träume sind regressiv: Sie sind rückwärtsgewandt, ziehen Erinnerungen aus frühester Kindheit heran und stellen somit deren Wiederbelebung bzw.
Die Deutung der Träume kann hilfreich sein, die Ursachen solcher seelischer Krankheiten aufzuspüren. Im ersten Kapitel widmet er sich ausführlich der Literaturschau vorhandener Publikationen zur Traumdeutung. Im dritten Kapitel formuliert der Psychoanalytiker die generelle These, dass der Traum eine Wunscherfüllung ist. Diese Behauptung zieht sich durch das ganze Buch und wird in immer neuen Beispielen aufgenommen und präzisiert.
Kapitel vier und fünf widmen sich der Traumentstellung, dem Traummaterial und den Traumquellen. Im umfangreichsten sechsten Kapitel zeigt Freud anhand von mehreren Musteranalysen und Beispielträumen die verschiedenen Schritte der Traumarbeit. Das siebte und letzte Kapitel erscheint erheblich theoretischer und konzeptioneller: Freud benennt hier die psychischen Systeme, die beim Träumen tätig werden.
Träume sind ein Phänomen, das Menschen in ihrer gesamten Geschichte fasziniert und geängstigt hat. Bei den Völkern der Antike galten Träume als Kontaktmöglichkeit mit den Göttern. Der griechische Philosoph Demokrit vermutete göttliche Botschaften im All, die durch die Poren der Haut den Traum betreten.
Die Stoiker im alten Rom tendierten aber wieder zu der These der göttlichen Botschaften, die der Träumer empfängt. Auch die frühen Christen waren dieser Ansicht. In der Bibel liest man beispielsweise vom berühmten Traumdeuter Joseph, der in der Gefangenschaft die Träume des Pharaos interpretierte.