Psychologie ärger

Das ist falsch, das ist ungehörig. Das ist ungerecht und darf deshalb nicht sein. Das ist unerträglich. So ein Idiot! Wir fühlen uns als Person in Frage gestellt. Unsere Körperreaktionen bei Ärger: Wir können kaum einen klaren Gedanken fassen. Unser Verhalten bei Ärger: Wir greifen den anderen an. Wir kritisieren den anderen. Wir zeigen ihm wutentbrannt den Stinkefinger.

Wir schreien und toben. Wir schlucken den Ärger hinunter. Wir schmieden Rachepläne.

Ärger und Wut – weniger explodieren und gelassener reagieren

Wir ballen die Faust. Wie du am obigen Ärger-Kreislauf erkennen kannst, sind es deine Gedanken über die Situation, die zu deinem Ärgergefühl, den Körperreaktionen und deinem Verhalten führen. Denke an das letzte Mal zurück, als du dich geärgert hast. Was für eine Situation war das und was hat sich da abgespielt? Du wirst feststellen, dass du die Worte oder das Verhalten des anderen als verletzend, provozierend, ungerecht oder respektlos bewertet hast.

Du hast gedacht, dass der andere dich nicht ernst nehmen würde oder dich für dumm verkaufen oder als unfähig hinstellen wollte. Dein Selbstwertgefühl war verletzt. Und warum war es verletzt? Man fühlt sich nur angegriffen und verletzt, wenn das Selbstwertgefühl bereits angeschlagen ist, sprich, man nicht viel von sich selbst hält.

Wut unterdrücken oder seinem Ärger Luft machen? Immer wieder ist zu lesen, man dürfe Ärger und Groll nicht in sich hineinfressen. Man müsse Frust und Ärger rauslassen, sich abreagieren. Das ist jedoch noch dauerhaft gesundheitsschädlicher, als den Ärger ab und an zu schlucken und in sich hineinzufressen, sagt der amerikanische Herzspezialist W. Er fand heraus, dass Menschen, die ihrem Ärger Luft machen, eine geringere Lebenserwartung haben, als die, die ihn runterschlucken.

Wer seinem Ärger und seiner Wut Luft mache, erledige sie nicht. Sie kochen vielmehr innerlich weiter und steigern die Aggressivität. Wenn du dich über andere ärgerst, gibst du diesen Macht über dein Leben: deinen Schlaf, deinen Appetit, deine Gesundheit, deine Zufriedenheit. Ärger und Wut als Motivationsbooster? Ärger kann ein starker Motor für unser Handeln und für Veränderungen sein.

Wenn wir uns z. Es gibt jedoch einen besseren Motor als ein negatives Gefühl. Wir tun beispielsweise vieles, weil wir uns vorstellen, wie schön und lustvoll es ist und wieviel leichter unser Leben sein wird. Wir tun manches, weil wir der Überzeugung sind, dass es vorteilhaft und nützlich ist. Wir motivieren uns positiv, indem wir uns die Vorteile von etwas vor Augen halten, und das gibt uns die Kraft und die Energie, das zu ändern, was uns nicht gefällt.

Wenn wir uns über Ungerechtigkeiten ärgern , dann ändern wir diese nicht. Wir schaden uns nur. Erst unser Handeln ändert etwas. Deshalb wäre ein vernünftiger Rat: Ärgere dich nur über das, was du ändern kannst und ändern willst. Sich weniger über sich selbst ärgern — eigene Schwächen akzeptieren Hast du mit dir Nachsicht und verzeihst dir deine Fehler, deine Unvollkommenheit?

Oder ärgerst du dich über dich selbst, machst dir Vorwürfe und verurteilst dich für deine Fehler und Schwächen? Sehr wahrscheinlich nimmst du dir deine eigenen Fehler, Missgeschicke und Schwächen sehr übel. Du kannst dir nicht zugestehen, unvollkommen zu sein und ärgerst dich deshalb häufig über dich selbst, wenn du nicht so bist, wie du glaubst, sein zu müssen.

Je mehr wir lernen, uns selbst mit unserer Unvollkommenheit anzunehmen, um so weniger ärgern wir uns über uns, und um so mehr können wir gelassen bleiben, wenn andere Fehler machen. Du forderst also vom anderen, er dürfe sich nicht so verhalten, wie er es tut und verlangst, dass er sich anders verhält. Das ist jedoch irrational.

Weil der andere tun darf, was er will. Du hast keine Kontrolle über ihn und sein Verhalten. Ich wünschte, er würde sich anders verhalten. Verlangen kann ich das jedoch nicht. Mit meinem Ärger schade ich mir selbst. Ärger ist ein hartnäckiges Gefühl. Eine schnelle Lösung gibt es nicht. Hab also Geduld mit dir. Vielleicht hilft es dir auch, wenn du dich immer wieder an einen Gedanken von Buddha erinnerst: An seinem Ärger festzuhalten ist genauso wie eine glühende Kohle in die Hand zu nehmen, um sie nach jemandem zu werfen; du bist derjenige, der sich verbrennt.

Ärger, eine negative Emotion mit Funktion und ihre Diagnostik

Buddha Man kann auch sagen: in Rage geraten und sich ärgern, bedeutet, für die Fehler anderer zu leiden. Erinnere dich daran, dass dein Ärger und deine Wut die Welt nicht ändern. Der Autofahrer vor dir fährt nicht schneller, deine Kinder werden nicht ordentlicher, die Kollegin arbeitet nicht mehr, der Partner kommt in Zukunft nicht pünktlicher nach Hause, die Welt wird nicht gerechter und besser, nur weil du dich ärgerst.

Eine einfache Möglichkeit, auf andere Gedanken zu kommen, sind Gute-Laune-Fragen.

Wieso Sie sich niemals länger als 15 Sekunden ärgern sollten

Worüber könnte ich mich freuen, wenn ich es wollte? Wofür könnte ich dankbar sein , wenn ich es wollte? Nimm ein Blatt Papier und schreib deine Beschwerden auf. Verwende Schimpfwörter, wenn dir danach ist. Das Papier ist nur für dich bestimmt, um deine Wut auszudrücken. Deine Wut und dein Ärger relativieren sich dann oft und du fühlst dich durch das Loslassen erleichtert.

TIPP 3: Nutze den Gedanken-Stopp für deine ärgerlichen Gedanken Unterbreche deine ärgerlichen und wütenden Gedanken, indem du dir in Gedanken — noch besser laut — sagst: "Stopp! Wiederhole dieses Wort mehrmals bzw. Wende dich etwas anderem zu, das deine Aufmerksamkeit erfordert, lenke dich ab. TIPP 4: Nimm die Reaktionen anderer nicht persönlich Wenn dir ein Fremder Schimpfwörter an den Kopf wirft, dann meint er mit seiner Reaktion nicht dich persönlich.

Wie soll er auch? Er kennt dich überhaupt nicht. Du bist lediglich ein Statist in dem Ärgerfilm, der in seinem Kopf abläuft. Er fühlt sich von dir persönlich angegriffen und reagiert deshalb empört und aufgebracht. Es kann viele Gründe für das Verhalten des anderen geben, z. Sein Verhalten hat nichts mit dir zu tun, sondern mit seinen Erwartungen, seinen Erfahrungen, seinen Ansichten, was gut und schlecht, richtig und falsch ist, seinem Verdruss, seinem Missmut.

TIPP 5: Versetze dich in den anderen hinein Versetze dich in dein Gegenüber hinein und überlege, welche Motive sich hinter seinem Verhalten und seinen Worten verbergen könnten. War es wirklich ein Angriff auf deine Person? Hat er absichtlich so gehandelt? Oder war es vielleicht nur Unwissenheit, Unbeholfenheit oder Gedankenlosigkeit? Ist er vielleicht selbst schlecht drauf, hat sich über einen anderen geärgert?

Ist er überhaupt in der Lage, aufgrund seiner Lebensumstände und seiner Persönlichkeit anders zu reagieren? Wenn du dir die Mühe machst, die Motive für das Verhalten der anderen zu verstehen, dann wirst du oft feststellen, dass die anderen nicht dich persönlich gemeint haben und dich nicht böswillig angreifen wollten.

Was soll der Ärger?

TIPP 6: Nimm dir eine Auszeit Gehe möglichst aus der Situation, wenn du starke Wut verspürst, eventuell mit der Bemerkung: "Wir reden später darüber". TIPP 7: Gib deinem Körper eine Entwarnung und entspanne dich Mache dir klar: "Ich bin nicht in Lebensgefahr. Ich kann loslassen und zur Ruhe kommen. Dann werde ich nach Lösungen suchen. Dann lasse den Atem langsam wieder ausströmen.

Halte dann den Atem an und zähle von bis eintausendundeins Wiederhole die Übung einige Male, bis du ruhiger und gelassener geworden bist. TIPP 8: Mach gute Miene zum bösen Spiel Du kannst deine Gefühle durch die Körpersprache beeinflussen — und zwar sofort! Machst du eine ärgerliche Miene, fühlst du dich auch ärgerlich. Machst du eine gute Miene, verfliegen deine Ärgergefühle.

Mit anderen Worten: Lächle deinen Ärger weg. Setze ein Lächeln auf deine Lippen und du wirst sofort merken, wie die Anspannung in deinem Körper nachlässt. Singe oder summe eine fröhliche Melodie und deine Ärgergefühle verflüchtigen sich. TIPP 9: Setze deine Wut in Bewegung und Sport um Fahre Fahrrad, jogge, walke, sause die Treppen im Treppenhaus ein paar Mal hoch und runter oder schrubbe die Badewanne.

Am besten ist eine Aktivität, die dich aus der Puste bringt. Dies lenkt ab, baut körperliche Anspannung ab und macht den Kopf wieder frei.